Elektrische und maschinelle Ausrüstung

Turbinen

Im Krafthaus sind zwei baugleiche Maschinensätze mit horizontaler Welle installiert.
Jeder Maschinensatz besteht aus einer Francisspiralturbine und einem direkt angetriebenen Drehstromsyn-chrongenerator.

Die beiden Turbinen weisen folgende Konstruktionsdaten auf:

  • Bruttofallhöhe 124,8 m
  • Nettofallhöhe 114,0 m
  • Schluckvermögen 2,75 m³/s
  • Nenndrehzahl 750 UpM

Generatoren

Die Generatoren sind 3-phasige, bürstenlose Synchrongeneratoren. Die Lagerung erfolgt mit ölge-schmierten Gleitlagern, wobei das turbinenseitige Lager als kombiniertes Spur- und Führungslager ausge-legt ist.

  • Nennleistung 3.500 kVA
  • Nennspannung 6 kV
  • Nenndrehzahl 750 UpM

Transformatoren

Jeder Generator ist mit einem eigenen Transformator direkt verbunden (Blockschaltung).
Als Blocktrafos kamen luftgekühlte Öltransformatoren mit Ausdehnungsgefäß, Buchholzrelais und Tempe-raturüberwachungseinheit mit den folgenden Daten zum Einsatz:

  • Nennleistung 3.500 kVA
  • Übersetzungsverhältnis 6/21 kv
  • Schaltgruppe Yd11

Für die Eigenversorgung mit 230/400 V wurde ein kleiner Transformator mit einer Leistung von 50 kVA eingesetzt.

20 kV-Schaltanlage

Die 20 kV-Schaltanlage ist eine metallisch geschottete und luftisolierte Schaltanlage in Kompaktbauweise. Sie schafft die Verbindung zum öffentlichen Stromnetz.

Steuerung- und Überwachung

Das Kraftwerk ist für einen vollautomatischen, selbstüberwachten und wärterlosen Betrieb ausgelegt. Anfahren, Synchronisierung mit dem Netz, Parallelschaltung mit dem Netz, Stillsetzung und Gefahrenabschaltung werden von einer speicherprogrammierbaren Steuerung übernommen. Das Prozessleitsystem für die Visualisierung, Protokollierung, Archivierung der Betriebsdaten ist mit einem PC und entsprechender Spezialsoftware aufgebaut. Störungen und Alarme werden über Fernmeldung an den Bereitschaftsdienst abgesetzt. Verschiedene Schutzeinrichtungen garantieren einen gefahrlosen und sicheren Betrieb der Anlage im Verbund mit dem öffentlichen Netz.

Regelung

Die von den Turbinen genutzte Wassermenge wird von einem Wasserstandsregler automatisch eingestellt.
Die Funktion der Regelung kann folgendermaßen kurz beschrieben werden:

Durch einen Messwertgeber wird die Höhe des Wasserspiegels in der Druckhaltekammer erfaßt und über den Lichtwellenleiter zur Maschinensteuerung im Krafthaus übertragen. Der Turbinenregler stellt die Leistung der Turbinen auf jene Wassermenge ein, daß weder ein Überlauf noch ein Absinken des Wasserspiegels in der Wasserfassung entsteht (Regelung auf konstanten Wasserspiegel). Sobald das ENEL-Kraftwerk die Turbinen abstellt, geht der Zufluß zur Druckhaltekammer innerhalb von wenigen Minuten zurück. Die Wasserstandsregelung erfaßt den sinkenden Wasserspiegel und regelt bzw. stellt die Turbinen im Kraftwerk Mühlwald ab. Umgekehrt steigt in den Morgenstunden der Wasserspiegel in der Druckhalte-kammer beim Anfahren der Turbinen im ENEL-Kraftwerk schnell an. Die Maschinenautomatik fährt je nach Wasserdargebot die Maschinensätze im Kraftwerk Mühlwald nacheinander an und schaltet sie an das öffentliche Stromnetz.

Netzanschluß

Das Kraftwerk ist mit einer ca. 6 km langen erdverlegten Kabelleitung mit der 20 kV-Schaltanlage im ENEL-Kraftwerk Mühlen verbunden.