Bau

Das Wasserkraftwerk Mühlwald nutzt den ungefähr 5,5 km langen Gewässerabschnitt zwischen der Rückgabe des Wasserkraftwerkes in Unterlappach und dem Speicherbecken in Mühlwald.

Das Konzessionsdekret sieht die Ableitung einer mittleren Wassermenge von 1.314 l/s und einer maximalen Wassermenge von 5.500 l/s vor, um auf der Fallhöhe von 124,8 m die mittlere Jahresnennleistung von 1.607,72 kW zu erzeugen.

Die Stromerzeugung des ENEL – Kraftwerkes Lappach wird vom Jahresspeicher Neves geregelt. Die Betriebsweise ist die eines Spitzenkraftwerkes, mit Betrieb während der Tagesstunden und Stillstand in der Nacht und an den Wochenenden. Da das neue Kraftwerk Mühlwald genau die vom ENEL Kraftwerk Lappach abgearbeiteten Wassermengen ableitet und nutzt, kann es ebenfalls als Spitzenkraftwerk definiert werden. Der erzeugte Strom kann damit als wertvoller Spitzenstrom verwertet werden.

Wasserfassung

Das Fassungsbauwerk wurde direkt an den bestehenden Auslaufkanal des ENEL-Werkes angebaut. Die Fassungskote wurde auf 1263,6 m ü.d.M. festgelegt und entspricht der Kote der Sohle des ENEL-Kanals bei Mündung in den Bach.

Das vom ENEL-Kanal ausströmende Wasser wird zunächst in einem Vorbecken beruhigt. Das Vorbecken hat zum Bach hin einen 25 m breiten Überlauf mit Kronenhöhe auf 1263,60 m. Bei Stillstand des neuen Kraftwerkes wird das aus dem ENEL-Kanal ausströmende Wasser direkt dem Mühlwalderbach zurückgegeben.

Beim Einlauf in die Druckhaltekammer durchströmt das Wasser einen Feinrechen, der die Aufgabe hat, den Einzug von Schwemmgut und Fremdkörpern in die Druckhaltekammer zu verhindern.

Nach dem Rechen sind zwei Einlaufschleusen angeordnet, mit denen man den Wasserzufluß absperren kann.

Die gesamte Druckhaltekammer wurde unterirdisch gebaut, um einerseits das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen und andererseits kein Gefahrenpotential für Mensch und Tier zu geben.

Die Druckhaltekammer ist 61 m lang, ca. 11 m breit und 4,4 m tief und hat ein nutzbares Wasservolumen von ca. 1800 m³.

Druckrohrleitung

Am talseitigen Ende der Druckhaltekammer strömt das Wasser in die Druckrohrleitung ein.
Die Gesamtlänge der Druckrohrleitung bis zum Hosenrohr der Turbinenverteilung beträgt 5.123 m.

Der Rohrdurchmesser beträgt 1800 mm auf einer Länge von 3.768 m. Im letzten Abschnitt von 1.355 m Länge wurde der Durchmesser auf 1.600 mm reduziert.

Die Druckrohrleitung besteht aus spiralgeschweißten Stahlrohren mit einem äußeren und inneren Korrosionsschutz.
Die Trassenführung weist 2 Hochpunkte und 2 Tiefpunkte auf. An den Hochpunkten wurde eine Vorrichtung zur Be- und Entlüftung, an den Tiefpunkten eine Vorrichtung zur Entleerung vorgesehen.

Um den Einstieg in die Rohrleitung zu Inspektionszwecken zu erleichtern sind im Verlauf der Rohrleitung in Abständen von etwa 500 m 11 Mannlöcher mit einem Durchmesser von 600 mm errichtet worden.
Im Rohrgraben wurde ein Lichtwellenleiter für die Datenkommunikation mit der Steuerungs- und Überwachungsanlage der Wasserfassung mitverlegt.
Nach Fertigstellung wurde die Druckrohrleitung einer internen Inspektion und einer Druckprüfung unterzogen.

Technische Daten

Genutztes Gewässer:

Mühlwalderbach

Oberfläche des genutzten Einzugsgebietes:

36,6 km²

Kote Wasserfassung:

1263,60 m ü.d.M.

Kote Krafthaus:

1141,20 m ü.d.M.

Kote Rückgabe:

1138,80 m ü.d.M.

Rohfallhöhe:

124,8 m

Ausbauwassermenge:

5,50 m³/s

Nettofallhöhe bei Ausbaudurchfluß:

114,5 m

Maximale Leistung:

5.300 kW

Installierte Leistung (Generatoren):

2 x 3.500 kVA

Arbeitsvermögen im Regeljahr:

14,3 Mio. kWh

Mittlere abgeleitete Wassermenge:

1.314 l/s

Konzessionsleistung:

1.607,72 kW